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Ennulat & Spatz mit Kai Engelke

 

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                       Didi Spatz, Willi Ennulat, Kai Engelke beim Folkfestival in Venne 2009 (Foto: Ingo Nordhofen)

 

 

Der Lehrer, die Liebe, der Hass, die Revolution

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                                                            Kai Engelke (Texte, Rezitation, Gesang),

Willi Ennulat, (Sologitarre, E-Bass, Didgeridoo, Gesang, Kompositon) und

Didi Spatz (Rhythmusgitarre, Blues-Harp, Didgeridoo, Gesang, Komposition)

Als Auftragsarbeit der Organisatoren des „Venner Folk Frühlings“ und ausgehend von dem ohnehin bestehenden Wunsch, sich wieder mehr einzumischen, sich politisch zu äußern, verfasste der Schriftsteller Kai Engelke (Surwold) seinen Text „Der Lehrer, die Liebe, der Hass, die Revolution – Vom Richtigen und vom Falschen“
Am Beispiel eines fiktiven Grundschullehrers, der seine Wertvorstellungen in den legendären 68er-Jahren formte – geht es inhaltlich um enttäuschte Visionen und Hoffnungen und wie aus ihnen Resignation, Gleichgültigkeit und schließlich sogar Hass und Gewalt entstehen können. Hass und Gewalt sind starke Kraftfelder, die ihre Energien nicht selten aus den gleichen Quellen schöpfen: Zuwendung, Vertrauen, Hingabe, Liebe. Wenn sich Empfindungen in eine negative Richtung wenden können, dann muss auch die umgekehrte Richtung möglich sein. Das ist der Grundgedanke von „Der Lehrer, die Liebe, der Hass, die Revolution“.

In enger Zusammenarbeit mit den virtuosen Vollblut-Musikern Willi Ennulat (Lähden) und Didi Spatz (Isselburg-Heelden) entstand so ein komplexes literarisch-musikalisches Werk, dessen erhoffte Aussagewirkung durch die unterschiedlichsten musikalischen Mittel ganz wesentlich verstärkt und erweitert wird. Die Musik ist keinesfalls als bloß illustratives Beiwerk des Textes zu sehen (und zu hören), sondern vielmehr als unverzichtbarer Teil der Gesamtaussage.

Im Rahmen des Venner Folkfrühling wurde das Werk am 10. Mai 2009 mit starker Resonanz uraufgeführt.

„Gewalt kann auch Ausdruck von Liebe sein, Gleichgültigkeit niemals … Hass ist oft nur die andere Seite der Liebe.“ (Graham Green)

„Wo der Mensch liebt, da wächst er über seine Möglichkeiten hinaus, wo er hasst, bleibt er hinter ihnen zurück.“ (Friedrich Siegburg)

www.kaiengelke.de     www.didispatz.de   www.folkfruehling.de

                                                           

Mitternachtsgesänge

Ennulat & Spatz wirken mit bei einem CD Projekt von Kai Engelke mit vertonten Texten von Josef-Hermann Engelke. Die erste Aufführung fand am 30. Mai 2009 auf der Burg Waldeck statt http://www.burg-waldeck.de/, gemeinsam mit den Künstlern Black www.der-black.de, Frank Baier www.frank-baier.de und Dieter Kalka http://home.arcor.de/dieterkalka.

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             Kai Engelke (Mitte) mit Michael Z. (links) und Black (rechts) auf der Waldeck 2009.

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Mittlerweile ist die CD Mitternachtsgesänge bei Conträr Musik erschienen. Dazu schreibt Kai Engelke:                       

„Draufgänger und Raufbold“, „verhinderter Abenteurer“, „Sozialromantiker“ – das sind
nur einige
der vielen Bezeichnungen,
mit denen Zeitgenossen den hannoverschen Redakteur und Schriftsteller Josef Hermann Engelke, genannt Jooschen, charakterisierten. Der zweite Weltkrieg zerstörte zunächst sämtliche Träume des angehenden Poeten, der tief in der bündischen Jugend verwurzelt war.
Als junger Soldat erlebte er die Grauen der Zerstörung in Frankreich, Russland und auf dem Balkan. Mehrfach wurde er schwer verwundet. Vielleicht war es die Fähigkeit, sich literarisch zu artikulieren, die ihn vor dem seelischen Untergang bewahrte. So schrieb er zarte Poesie, Lieder voller Fernweh und wahnwitzige Geschichten – inmitten des Kriegsgeschehens. Jooschen war sicherlich kein Held des Widerstandes, aber seine Lieder, besonders die vor 1945 entstandenen, verdeutlichen, wie sehr er kriegerische Gewalt aus tiefstem Herzen verabscheute. Die Soldaten auf der anderen Seite des Schützengrabens waren für ihn keine Feinde, sondern Menschen.
Viele von Jooschens Gedichten – vor allem auch seine Nachdichtungen aus dem Montenegrinischen – wurden von Walter Scherf (tejo), helm König und anderen vertont und im legendären Liederbuch der Bündischen, dem „Turm“, veröffentlicht. Manche dieser Lieder werden noch heute in den Bünden gesungen. Die meisten von Jooschens literarischen Arbeiten waren mehr als vierzig Jahre verschollen. Durch akribische Sucharbeit gelang es, Jooschens schmales Werk wieder ans Tageslicht zu befördern.
Um zu verdeutlichen, wie frisch und aktuell Jooschens Texte tatsächlich bis auf den heutigen Tag noch sind, bat ich befreundete Musikanten um Neuvertonungen von Jooschen-Gedichten. Diese, sowie einige der bereits bestehenden Lieder, wurden von meinen Freunden aufgenommen und sind nun auf dieser CD zu hören.
Von der traditionell bündischen Vortragsweise über die eher folkige Art der Liedermacher bis hin zum rockig-funkigen Arrangement reicht der Spannungsbogen der unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten auf dieser CD. Einerseits geht es mir darum, die Lieder und Texte meines Vaters Jooschen zu erhalten, andererseits interessierte mich, wie ganz unterschiedliche Individuen mitden Texten ein und desselben Autors umgehen.
Hör mal.

 
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